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Zufallston

2021

„Zufallston“ ist eine klangbasierte Arbeit, die sich an improvisierten Konstruktionen aus der Landwirtschaft orientiert. Die verwendeten Materialien – Nägel, Dosen, Blech – entstammen einem funktionalen Kontext, indem Objekte repariert, umgebaut oder zweckentfremdet werden. Klang entsteht ausschließlich durch Windbewegung, ohne technische Steuerung oder kompositorische Vorgabe.

Formal erinnern die Arbeiten an Vogelscheuchen, Windabschreckungen oder einfache Geräuschkörper, wie sie in landwirtschaftlichen Umgebungen eingesetzt werden, um Tiere fernzuhalten oder Bewegungen zu markieren. In „Zufallston“ wird diese Praxis aus ihrem ursprünglichen Zweck gelöst und in einen künstlerischen Zusammenhang überführt. Die Abschreckung verliert ihre Funktion, der Klang bleibt. Die rote Farbgebung verstärkt diesen Bezug. Rot fungiert in der Landwirtschaft als Signalfarbe: zur Warnung, zur Markierung von Gefahr oder zur visuellen Abschreckung. In der Arbeit verweist die Farbe weniger auf Ästhetik als auf Sichtbarkeit und Funktion. Sie macht die Objekte lesbar als Warnkörper, auch dort, wo ihre Funktion ins Leere läuft.

Der Wind übernimmt eine aktive Rolle im Entstehungsprozess. Er wirkt als nicht kontrollierbare Größe, wie sie auch für landwirtschaftliche Arbeit zentral ist. Wetter, Zufall und äußere Einflüsse bestimmen Abläufe und Ergebnisse. „Zufallston“ überträgt diese Abhängigkeit in den Bereich der Klangproduktion: Das Objekt definiert Bedingungen, der Klangverlauf bleibt offen. Die Arbeit thematisiert eine Form von Produktion, die nicht auf Präzision oder Wiederholbarkeit ausgerichtet ist, sondern auf Reaktion, Anpassung und situative Prozesse. Klang erscheint hier als Nebenprodukt von Material, Umgebung und Zufall, nicht als gestaltetes Ziel.

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