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Isole

2018
mit Sarah Eder, Nina Kern, Jaqueline Böhm,
unter der Leitung von Leo Schatzl

Die künstlerische Arbeit Isole entstand 2018 als Teil der großformatigen Rauminstallation Floating Village im Rahmen des Höhenrausch in Linz. Über die Sommermonate hinweg wurde der Open-Space-Bereich des Offenes Kulturhaus Linz parasitär bespielt und als bewohnbarer Zwischenraum aktiviert. Ausgangspunkt war die Vorstellung einer Insel – eines Ortes des Gestrandetseins, verstanden als zeitgenössische Robinsonade. Der Zwischenraum wurde nicht als Leerstelle, sondern als produktiver Möglichkeitsraum begriffen, in dem neue soziale, räumliche und ökologische Beziehungen erprobt werden konnten.

Im Vorfeld wurden Beete zur Selbstversorgung mit Gemüse angelegt sowie drei Hütten errichtet, die über Stege miteinander verbunden waren: eine Schlafhütte (Hotel), eine als Badezimmer genutzte Hütte sowie eine Küchenhütte mit dem Namen Kiosk. Über mehrere Wochen hinweg lebten und arbeiteten die Künstlerinnen vor Ort, entwickelten die Insel kontinuierlich weiter und erweiterten sie mit gefundenen sowie gespendeten Materialien.

Während der gesamten Dauer des Projekts fanden zahlreiche Performances statt, darunter eine 40-stündige Lesung von Moby Dick, Performances von Alice Mo sowie abugabi. Diese Ereignissewaren ebenso Teil des Alltags wie das Kochen, Gärtnern oder Ausruhen und verwoben künstlerische Praxis mit gelebtem Alltag.

In seiner äußeren Erscheinung erinnerte Isole an einen „Künstlerinnenzoo“: Besucher:innen konnten das Leben innerhalb dieses abgeschotteten Habitats voyeuristisch beobachten. Die Arbeit oszillierte bewusst zwischen Offenheit und Abgrenzung, zwischen öffentlichem Raum und privater Intimität, und stellte Fragen nach Sichtbarkeit, Arbeit, Autonomie und dem romantisierten Bild künstlerischer Existenz.

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