Lock No. 24
Mit dem Werk Lock No. 24 verarbeitet David Kapl einen Teil seines mehrmonatigen Aufenthalts in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland, die er auf den internationalen Wasserstraßen und Kanälen durchquert hat. Im Gegensatz zur Seeschifffahrt ist die Binnenschifffahrt stark reguliert und von der Funktion baulicher Infrastrukturen, wie der Instandhaltung von Kanälen und Schleusen, abhängig, sodass erzwungene Wartezeiten keine Seltenheit sind. Die Schleuse Nr. 24 zeigt einen kleinen Einblick in die topografische Ge staltung der Flussverbindung in Mitteleuropa.
Die künstlerische Forschungsreise begann im März 2022 in Rotterdam, von wo aus mehrere Fahrten durch die Stadt unternommen wurden, um ein Gefühl da für zu bekommen, wie Verhalten und Kommunikation in einer maritimen Welt funktionieren. Nach drei Monaten, in denen verschiedene Eindrücke, wie das Leben auf dem Wasser oder die internationale Frachtschifffahrt, mit Hilfe von Tonaufnahmen, Fotos und Videos gesammelt wurden, begann die eigentliche Reise zurück nach Österreich.
Auf Maas, Mosel, Rhein, Main, Donau und diversen Kanälen, die die jeweiligen Flüsse verbinden, wurde das Boot rund 350 Mal geschleust, um die Höhenunterschiede zu überwinden. Die Romantik, stromabwärts zu treiben, erfüllte sich nur selten, denn die Realität zeigt ein ständiges Auf und Ab. Ein Beispiel: Die mitteleuropäische Wasserscheide im Rhein-Main-Donau-Kanal liegt 406 Meter über Null, Rotterdam liegt am Meer.
In der Mitte der Schleuse befindet sich das Ufer, das die Form klassischer Flussschiffholme annimmt und symbolisch für die Reise steht. Die Installation lädt den Betrachter ein, 15 Minuten lang akustisch an einer Schleuse teilzunehmen, um die enormen Dimensionen solcher Räume wahrzunehmen.
Immer in Bewegung, Niemals ruhend, Entspannung, fehl am Platz, schwankendes Gleichgewicht, links, rechts, Rot-Grün-Schwäche? wohin? rauf? runter? Orientierungslosigkeit.